20.06.2019 | Landfrauen demonstrieren gegen die Schließungen der Geburts- und Gynäkologiestationen in Rheinland-Pfalz

Der LFV Rheinland-Nassau hat nachstehende Presseerklärung herausgegeben. Auch wir unterstützen die Aktion und legen die Unterschriftenlisten aus. Wer uns helfen möchte, kann die Listen gerne bei uns anfordern!

Wir fordern: Stoppt die Schließungen der Geburts- und Gynäkologiestationen in Rheinland-Pfalz

Wir fordern die wohnortnahe Versorgung mit Kliniken für Geburtshilfe und Gynäkologie im ländlichen Raum.
Mit einer Demonstration am 25. September um 11.00 Uhr in Mainz und einer Unterschriftenaktion fordern die LandFrauen RheinlandPfalz ein Umdenken von Politik, Krankenhäusern und Krankenkassenverbänden bezüglich der Rahmen-bedingungen zur Bereitstellung von Gesundheitsleistungen rund um die Geburt zum Wohle der Frauen, speziell in den ländlichen Regionen. Unterstützt werden sie dabei von der Bundeselterninitiative Mother Hood e.V. und dem Hebammen-Landesverband Rheinland – Pfalz e.V.
Seit 1991 sank deutschlandweit die Anzahl der Geburts-stationen um 40 Prozent (1991: 1.186 Geburtsstationen; 2017: 672 Geburtsstationen). Der bundesweite Trend zeichnet sich auch in Rheinland- Pfalz ab. Boten 2009 landesweit noch 52 Kliniken Geburtshilfe an, waren es 2017 nur noch 32 Standorte. In diesem Zeitraum stiegen die Geburtenzahlen an von für 30.089 auf 37.443 an. Nach den Schließungen in Daun und Germersheim im Dezember 2018 bieten momentan nun nur noch 30 Kliniken im Bundesland Geburtshilfe an.
Bei der diesjährigen Sitzung des Fachausschusses Frauen-, Sozial-, und Gesundheitspolitik des Deutschen LandFrauen-verbandes (dlv) berichten die Teilnehmenden aus allen Bundesländern, dass eine wohnortnahe geburtshilfliche Versorgung Schwangerer und Gebärender in den ländlichen Regionen zunehmend problematisch ist.1 „Wenn in der Politik davon gesprochen wird für Stadt und Land gleichwertige Lebensverhältnisse zu erhalten oder zu schaffen, dann gehört auch die Betreuung und Versorgung der Frauen und werdenden Mütter in wohnortnahen Krankenhäusern mit Gynäkologischen Abteilungen und Geburtshilfe dazu“, so Rita Lanius-Heck, Präsidentin des LandFrauenverbandes Rheinland-Nassau.
Die Schließung der Geburtshilfeabteilungen gefährdet die Sicherheit von Kind und Mutter im ländlichen Raum. Der Deutsche Landfrauenverband (dlv) fordert die Bundes-regierung auf, diese Entwicklung zu stoppen und eine qualitativ hochwertige, gut erreichbare geburtshilfliche Versorgung für Frauen auf dem Land sicherzustellen, wie es im Koalitionsvertrag 2018 festgeschrieben ist. Die LandFrauen RheinlandPfalz stellen diese Forderung ebenfalls an die Landesregierung Rheinland-Pfalz.
„Unbestreitbar ist, dass die Schließung der Geburtsstationen für werdende Mütter schlimme Konsequenzen zur Folge hat“, sagt Ökonomierätin Ilse Wambsganß, Präsidentin des LandFrauenverbandes Pfalz e. V. „Wir stellen die Gesundheit der werdenden Mütter und der Kinder aufs Spiel. Es ist für beide eine echte Gefährdung, wenn wir zulassen, dass weite Wege zurückgelegt werden müssen damit viel Zeit vergeht, um medizinisch betreut zu werden. Wenn dann auch noch eine Blinddarmoperation, die 30 Minuten dauert, mehr Geld bringt, als eine Geburt, die auch mal über 20 Stunden dauern kann, dann ist ein Fehler im System. Ein sofortiges Umdenken in der Geburtshilfe ist dringend angesagt!“